Chronik

der

Schützengesellschaft 1563 e. V. Müllheim

 

 

1563

Verlegung des "Landtschießens" von Britzingen nach Müllheim.

Dieser Hinweis im Lagebuch der Gemeinde Britzingen ist die erste Nachricht über das 1563 entstandene Müllheimer Schützenwesen . Der Müllheimer Schießplatz befand sich in der Nähe des heutigen Krankenhauses; darauf weist zumindest der Name des Gewanns " Schießacker" hin.

1680

Erstes in Erscheinung treten der Müllheimer Schützen nach dem Dreißigjährigen Krieg.

Erhalt einer Schützenordnung. Die Schützenordnung war für alle Gesellschaften der Markgrafschaft diesselbe. In ihr war das Schießwesen allgemein, die Wahl des Schützenmeisters, des Schreibers und Rechners, das Verhalten und Ausüben des Schießens sowie das Verhalten des Schützen eingehend beschrieben.

1729

Baubeginn eines neuen Schützenhauses am Abhang des Himmelreichs, gegenüber dem "Bad".

In diesem Schützenhaus wurden über ein Jahrhundert hinweg das gemeinsame Schießen und die Feste der Schützen abgehalten.

1780

Erhalt einer neuen Schützenordnung

In der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts hatten sich die gesellschaftlichen Bindungen der Markgräfler Schützengesellschaften so gelockert, daß auf obrigkeitlichen Hinweis die Schützengesellschaften gehalten wurden, sich neue Schützenordnungen geben zu lassen, "da sie als nöthig erachtet und für gut befunden worden, um Fortpflanzung besserer Freundschaft, Einigkeit und besseren Verständnis besagte Ordnung zu stützen, auch zu erneuern, auch zu bessern, den Fortgang ad ratificandum einem hochlöblichen Oberamt der Markgrafschaft gehorsamst zu übergeben.....".

Ca. 1820

Auflösung der Gesellschaft aufgrund von Mitgliederschwund. Ein großer Teil der Schützen befand sich zu diesem Zeitpunkt in

den Reihen des Müllheimer Bürgermilitärs.

1854

5. August: Bittschreiben an das großherzogliche Bezirksamt Müllheim, die Wiedergründung der Schützengesellschaft betreffend. Die Antragsteller waren Altbürgermeister J. Heidenreich, W. Blankenhorn und Ed. Beidek.

26. September: Beschluß der Großherzoglich-Badischen Regierung des Oberrheinkreises an das Bezirksamt Müllheim: "Einzelnen Bürgern in Müllheim sei mit Beobachtung der speziell bestehenden Verordnungen die Erlaubnis zum Halten von Schießwaffen behufs gemeinschaftlicher Schießübungen zu geben, dagegen die bei der Fortdauer der allgemeinen Entwaffnung zur Zeit die Bildung einer Schützengesellschaft nicht zuzugeben."

1856

Oktober: Erlaubnis zum am 6./7. Oktober angesetzten Schlußschießen, obwohl die Entwaffnung noch nicht aufgehoben war.

15. August: Aufforderung der Großherzoglichen Kreisverwaltung an die Schützen, aufgrund der nunmehr ergangenen Verordnung über die Aufhebung der allgemeinen Landesentwaffnung, die Statuten einer Schützengesellschaft, sowie das Verzeichnis ihrer Mitglieder und ihrer Vorsteher zur Genehmigung vorzulegen.

19. August: Erlaubnis zur Organisation der Müllheimer Schützen in einer eigenen Gesellschaft; die Statuten sind dieselben geblieben,

wie sie im August 1854 abgefaßt wurden.

1857

September: Durchführung eines großen End- und Preisschießens, welches 3 Tage dauerte.

In den nächsten Jahrzehnten gelangte die Schützengesellschaft zu hoher Blüte; dies beweisen die Schützenfeste, verbunden mit Preisschießen,

Preiskegeln und festlichen Bällen.

1859

Die Schützengesellschaft erhält eine Vereinsfahne, die sogar den zweiten Weltkrieg ohne großen Schaden überdauerte. Sie wurde im Frühjahr 1961 auf dem Speicher des Alten Rathauses wieder gefunden.

1862

Erstes deutsches Bundesschützenfest in Frankfurt. Darunter waren auch preisgekrönte Schützen aus der SG Müllheim: Schützenmeister Heidenreich, Gustav Engler

1865 Die Schützengesellschaft beschließt ein neues Schützenhaus zu bauen. Dieses neue Schützenhaus wird an der Vögisheimer Straße errichtet. Ein Jahr später wurde wurde es durch eine Schießhalle erweitert.
 

Dieser Blütezeit folgte ein neuer Rückschlag: Die Gesellschaft löste sich wieder auf und das Schützenhaus wurde zunächst an eine Schreinerei vermietet,

später sogar verkauft.

1906

Ein weiteres Mal wurde die Schützengesellschaft ins Leben gerufen.

Badwirt Ganter hatte der Schützengesellschaft ein Stück Land zur Verfügung gestellt, sodass der ehemalige Schützenstand nach gründlicher Renovation wieder seinem Zweck dienen konnte. Die Gesellschaft zählte 45 Mitglieder . Die Schießanlage umfaßte 4 Stände

1933 Bei den Landesmeisterschaften in der Disziplin "Jungschützen" wurden W. Gehmann, R. Gehmann, M. Oettlin und E. Pfunder Mannschaftssieger.
1939 W. Gehmann errang den Weltmeistertitel in Zürich.
1948

Die Schützengesellschaft wurde nach der bedingungslosen Kapitulation von Deutschland an die Großmächte gezwungen den Verein aufzulösen.

1952 Laut Kontrollratsgesetz wurden im Rheinland die ersten Schützengilden wieder zugelassen.
1953 Im französischen Sektor erteilte man erst in diesem Jahr eine offizielle Erlaubnis, Schützengilden zu gründen.
1955

9. Juli: Erneute Gründung der Schützengesellschaft Müllheim innerhalb einer Versammlung im Hotel "Post". Als Oberschützenmeister wurde Adolf Haeberle gewählt, Schützenmeister wurde Ernst Haberstock.

Die Stadt Müllheim stellte der Schützengesellschaft den Steinbruch hinter dem Eichwald-Stadion zur Verfügung, um ein neues Schützenhaus zu bauen. Hier wurde mit erheblichen Kostenaufwand und vielen Arbeitsstunden der Schützen ein neuer Schießstand für Kleinkaliberschießen auf 50 m und für

Luftgewehrschießen auf 10 m aufgebaut.

1964 Erweiterung der Schießanlage.
1982

26. Dezember: Zerstörung des Schützenhauses durch einen Erdrutsch an der Südwestflanke des ehemaligen Steinbruchs "Reichsgrube".

1985 Einweihung des wieder aufgebauten Schützenhauses.
2000 Renovierung und Erweiterung der Schießanlage nach neuesten schießtechnischen und ökologischen Erkenntnissen.
2007 Modernisierung der Luftgewehr-/Luftpistole-Halle. Installation von 12 elektronischen Trefferanzeigen der Fa. Meyton.
   

 

 

 

Menü